Wander-Guide
Wandern am Attersee: 3 Routen für Anfänger
Traumhafte Ausblicke ohne Bergsteigerkarriere - Wanderungen, die jeder schafft
Wander-Guide
Traumhafte Ausblicke ohne Bergsteigerkarriere - Wanderungen, die jeder schafft
Nicht jeder will gleich auf den Schafberg kraxeln oder durch das schroffe Höllengebirge klettern. Die gute Nachricht: Am Attersee gibt es wunderschöne Wanderungen, die keine Kondition eines Trailrunners erfordern und trotzdem mit spektakulären Ausblicken belohnen. Hier sind meine drei liebsten Anfänger-Routen.
Länge: ca. 4 km (hin und zurück)
Höhenmeter: ca. 150 m
Dauer: 1,5 - 2 Stunden
Schwierigkeit: Leicht (gutes Schuhwerk empfohlen)
Startpunkt: Parkplatz in Nußdorf am Attersee
Die Burggrabenklamm ist mein absoluter Geheimtipp für alle, die mal etwas anderes als Seeblick wollen. Der Weg führt durch eine schattige Schlucht, entlang eines plätschernden Bachs, vorbei an moosbedeckten Felsen und kleinen Wasserfällen. An heißen Sommertagen ist es hier angenehm kühl - perfekt als Abwechslung zum Sonnenbaden am See.
Vom Parkplatz in Nußdorf geht es zunächst durch den Ort, dann folgt man der Beschilderung Richtung Burggrabenklamm. Der Weg ist gut markiert und führt zunächst über einen breiten Forstweg, bevor er in einen schmäleren Pfad durch die Klamm übergeht.
In der Klamm selbst gibt es Holzstege und Treppen, die über die steilsten Stellen führen. Achtung: Nach Regen kann es rutschig sein - festes Schuhwerk ist Pflicht, Flip-Flops sind keine gute Idee.
Am Ende der Klamm erreicht man eine kleine Aussichtsplattform. Wer möchte, kann von hier weiterwandern, aber für einen entspannten Ausflug reicht es, dem gleichen Weg zurück zu folgen.
Nach der Wanderung im Gasthof in Nußdorf einkehren und den Nachmittag am kleinen Strand von Nußdorf ausklingen lassen. Die perfekte Kombination aus Bewegung und Entspannung.
Länge: ca. 6 km
Höhenmeter: ca. 50 m (fast eben)
Dauer: 1,5 - 2 Stunden
Schwierigkeit: Sehr leicht (kinderwagentauglich)
Startpunkt: Seewalchen, Parkplatz am See
Diese Route ist ideal für alle, die es ganz gemütlich angehen wollen. Der Weg führt fast durchgehend am Seeufer entlang, ist größtenteils eben und bietet ständig wechselnde Ausblicke auf den See und die umliegenden Berge. Die kleine Insel Litzlberg, nach der der Rundweg benannt ist, ist vom Ufer aus gut zu sehen und verleiht der Wanderung etwas Besonderes.
Vom Parkplatz in Seewalchen folgt man dem Uferweg Richtung Süden. Der Weg führt durch ein Naturschutzgebiet, vorbei an Schilfzonen und alten Bäumen. Immer wieder gibt es kleine Buchten und Stege, die zum Verweilen einladen.
Nach etwa 3 km erreicht man den Punkt, der der Insel am nächsten ist. Von hier hat man einen wunderbaren Blick auf das kleine Eiland mit seinem dichten Baumbestand. Die Insel selbst ist nicht zugänglich (Naturschutz), aber der Anblick vom Ufer ist malerisch.
Der Rückweg erfolgt auf dem gleichen Weg oder - für etwas Abwechslung - auf dem parallel verlaufenden Rad- und Wanderweg etwas oberhalb des Ufers.
Am besten am späten Nachmittag starten. Das Licht ist dann weicher, der See oft spiegelglatt, und man erwischt mit etwas Glück einen traumhaften Sonnenuntergang. Kamera nicht vergessen!
Länge: ca. 7 km
Höhenmeter: ca. 200 m
Dauer: 2 - 2,5 Stunden
Schwierigkeit: Leicht bis mittelschwer
Startpunkt: Parkplatz Nixenfall bei Steinbach
Der Nixenfall ist ein kleiner, aber feiner Wasserfall, der in den Attersee mündet. Die Wanderung von hier nach Weißenbach führt durch einen abwechslungsreichen Mischwald mit immer wieder überraschenden Ausblicken auf den See. Ein bisschen anspruchsvoller als die anderen beiden Routen, aber immer noch für Anfänger gut machbar.
Am Parkplatz beim Nixenfall starten und zunächst zum Wasserfall gehen - ein kurzer Abstecher, der sich lohnt. Der Fall ist nicht hoch, aber die Stelle, wo das Wasser in den türkisblauen See stürzt, ist wunderschön.
Von dort geht es auf dem Wanderweg Richtung Weißenbach. Der Weg führt teils am Ufer entlang, teils etwas oberhalb durch den Wald. Es gibt ein paar kurze Anstiege, aber nichts Dramatisches. Unterwegs passiert man mehrere Aussichtspunkte mit Bänken - perfekt für eine Rast mit Jause.
In Weißenbach angekommen, kann man entweder den gleichen Weg zurückgehen (dann etwa 14 km gesamt) oder den Bus zurück nach Steinbach nehmen (verkehrt im Sommer regelmäßig).
Packt Badesachen ein! Unterwegs gibt es mehrere kleine Zugänge zum See. An heißen Tagen ist ein Sprung ins erfrischende Wasser die beste Belohnung für die Wanderung.
Auch bei leichten Wanderungen solltest du vernünftiges Schuhwerk tragen. Keine Flipflops, keine Ballerinas. Leichte Wanderschuhe oder zumindest feste Sneaker mit gutem Profil sind Minimum. Für die Burggrabenklamm sind wasserdichte Schuhe von Vorteil.
Im Hochsommer (Juli/August) können die Temperaturen auch am Attersee auf über 30 Grad steigen. Für Wanderungen empfehle ich dann den frühen Morgen oder den späten Nachmittag. Die Burggrabenklamm ist auch bei Hitze angenehm, weil es dort schattig und kühl ist.
Frühling (Mai/Juni) und Herbst (September/Oktober) sind ideal zum Wandern - angenehme Temperaturen, weniger Touristen, und im Herbst die fantastische Laubfärbung.
Im Gebirge kann das Wetter schnell umschlagen. Vor jeder Wanderung einen Blick auf die Wettervorhersage werfen. Bei Gewitterwarnung lieber einen Badetag einlegen - Gewitter in den Bergen sind kein Spaß.
Wenn du diese drei Routen gemeistert hast und Lust auf mehr bekommen hast, warten am Attersee noch viele weitere Wanderungen. Der Schafberg (1.783 m) ist die Königstour der Region, allerdings deutlich anspruchsvoller. Das Höllengebirge bietet alpine Herausforderungen für erfahrene Bergwanderer.
Aber das ist Stoff für einen anderen Artikel. Für den Anfang: Raus aus den Wanderschuhen, rein ins Seewasser, und den Tag genießen!