Der Attersee und Radfahren - das passt. Flache Wege am Ufer für alle, die's gemütlich mögen. Steile Straßen ins Hinterland für die Sportlichen. Und dazwischen: immer wieder dieser Blick aufs Wasser. Ich hab hier schon einige Touren gemacht. Hier meine Favoriten.

Wiesen und Berge am Attersee
Die Landschaft rund um den See - perfekt fürs Radeln

Die See-Runde: Der Klassiker

48 Kilometer einmal rum. Das muss man gemacht haben.

Die Route führt größtenteils direkt am Wasser entlang. Ein paar Straßenabschnitte sind dabei, ein paar kleine Hügel auch. Aber nichts Schlimmes. Mit einem normalen Rad schafft man das. Mit E-Bike sowieso.

Meine Empfehlung

Start in Seewalchen, dann im Uhrzeigersinn. Oder nee, eigentlich andersrum. Gegen den Uhrzeigersinn. Warum? Die meisten fahren mit dem Uhrzeiger. Wer andersrum fährt, hat weniger Gegenverkehr auf den schmalen Wegen.

Das Ostufer zwischen Attersee und Weyregg ist am schönsten. Hier unbedingt Zeit lassen. In Weyregg kurz stoppen, zurückschauen - der Blick über den ganzen See ist fantastisch.

Das Westufer ist ruhiger. Weniger Infrastruktur, mehr Natur. Dafür etwas welliger. Ab Unterach wird's wieder flach. Perfekt zum Ausrollen.

Attersee im Sommer
Unterwegs immer wieder: Traumhafte Ausblicke auf den See

Was man einpacken sollte

Badesachen! Es gibt unterwegs mehrere Stellen zum Reinspringen. Nach der Hälfte der Runde ins Wasser - besser geht's nicht.

Und früh starten. Im Sommer wird's nachmittags heiß. Und voll. Wer um acht losfährt, hat den See fast für sich.

Für Familien: Seewalchen - Kammer

Wer kleine Kinder dabei hat oder einfach nur kurz raus will: Die Strecke nach Kammer ist perfekt. Etwa 12 Kilometer hin und zurück. Fast komplett flach. Guter Radweg.

Beim Schloss Kammer kann man Pause machen. Kaffee trinken, aufs Wasser schauen. Wer mag, läuft noch den Klimt-Themenweg. Der Maler hat hier einige seiner berühmten Bilder gemalt. Dann zurück. Fertig ist die entspannte Sonntagstour.

Für Sportliche: Rauf zur Postalm

Wer Beine hat und sie benutzen will: Die Tour zur Postalm. Von Unterach über Weißenbach hoch. Etwa 1.200 Höhenmeter. Das zieht sich.

Die Steigung ist konstant. Sechs bis acht Prozent, manchmal mehr. Nie brutal, aber auch nie flach. Oben angekommen: eine der größten Almen Europas. Und ein Kaiserschmarrn, den man sich verdient hat.

Achtung: Die Mautstraße kostet auch für Radler ein paar Euro. Und der Belag ist teilweise rau. Mit dem Rennrad geht's, aber breitere Reifen sind angenehmer.

E-Bike: Die clevere Variante

Ich sag's wie's ist: Mit E-Bike macht alles mehr Spaß. Zumindest wenn man nicht supertrainiert ist. Die See-Runde wird zum Genuss statt zur Qual. Und die Bergtouren werden überhaupt erst machbar.

Ausleihen geht an mehreren Stellen. Sport Staudinger in Seewalchen hat eine gute Auswahl. So 35 bis 50 Euro am Tag, Helm meist dabei. Vorher reservieren, besonders am Wochenende.

Ladestationen gibt's rund um den See. In Seewalchen, Attersee, Weyregg, Unterach. Meist kostenlos. Aber für die normale See-Runde reicht ein Akku locker.

Was man wissen sollte

Wetter: Morgens fahren. Im Sommer wird's nachmittags heiß, und Gewitter kommen manchmal schnell. Herbst ist eigentlich die beste Zeit - mild, wenig los, goldene Blätter.

Essen: Unterwegs gibt's genug Gasthäuser. Aber für spontane Pausen Wasser und einen Riegel mitnehmen. Am Wochenende können beliebte Lokale voll sein.

Rücksicht: Auf den Uferwegen sind auch Fußgänger. Langsam fahren, klingeln, nett sein. Ist ja Urlaub für alle.

Kinder: Die flachen Abschnitte sind super für Familien. Aber die Straße zwischen Weyregg und Unterach würd ich mit Kindern meiden. Wenig Platz, viel Verkehr.

Mein Fazit

Radfahren am Attersee ist eines der besten Dinge, die man hier machen kann. Die See-Runde muss sein. Mindestens einmal. Und dann? Einfach irgendwo anhalten, aufs Wasser schauen, Beine baumeln lassen. Dafür ist man ja da.