Mal ehrlich: Wer am Attersee Urlaub macht und jeden Abend beim Italiener landet, ist selber schuld. Die Region hat kulinarisch mehr drauf als Pizza und Pasta. Fisch aus dem See, Hausmannskost wie bei der Oma, und ja - auch ein paar richtig gute Restaurants. Hier meine Tipps. Subjektiv, klar. Aber erprobt.

Frische Blaubeeren aus der Region
Frische Zutaten aus der Region - gibt's auf den Bauernmärkten

Die Reinanke - muss man probiert haben

Dieser Fisch. Wenn mich jemand fragt, was man am Attersee unbedingt essen soll: Reinanke. Punkt.

Der Fisch lebt nur in den tiefen, kalten Seen vom Salzkammergut. Das Fleisch ist zart, ein bisschen nussig, und schmeckt am besten, wenn man nicht zu viel damit macht. Gebraten in Butter, Petersilkartoffeln dazu, fertig. Manche Lokale räuchern ihn auch - als Vorspeise mit Kren ist das ein Gedicht.

Kostet was. Meist so 20-28 Euro als Hauptgericht. Aber das ist halt kein Zuchtlachs aus Norwegen, sondern ein Fischer, der morgens rausfährt und abends liefert.

Wo ich hingehe:

  • Seewirt Gamsjaga in Weyregg - direkt am Wasser, frischer geht's nicht
  • Gasthof Obermayr in Seewalchen - bodenständig, ehrlich, gut

Hausmannskost - das können sie hier

Manchmal will man einfach ein Schnitzel. Oder einen Schweinsbraten. Oder Kasnocken nach der Wanderung. Die Gasthäuser am Attersee können das. Richtig gut sogar.

Frisches Frühstück am Attersee
Auch beim Frühstück wird auf frische Zutaten gesetzt

Was ich bestelle

Wiener Schnitzel: Das echte ist vom Kalb. Wenn "Wiener Art" draufsteht, ist es Schwein. Schmeckt auch, aber halt anders. Ich bestell meistens das Original, auch wenn's mehr kostet.

Schweinsbraten: Mit Kruste. Muss knuspern. Dazu Krautsalat und Knödel. Im Herbst gibt's oft Gansl, aber der Braten ist ganzjährig gut.

Kasnocken: Spätzle mit Käse und Röstzwiebeln. Klingt simpel, macht aber glücklich. Nach einer Wanderung genau das Richtige.

Meine Lieblingswirtshäuser

Gasthof zur Post in Attersee: Klassiker. Solide Küche, große Portionen. Da sitzen auch Einheimische - immer ein gutes Zeichen.

Landgasthof Lenzenweger in Nußdorf: Bisschen außerhalb, aber die Fahrt lohnt sich. Der Sonntagsbraten ist legendär. Reservieren!

Dorfwirt Ainwalchen: Winzig. Urig. Ehrlich. Da sitzt man mit den Stammgästen und kriegt Essen wie früher. Wenige Plätze, also anrufen.

Süßes zum Schluss

Österreich ohne Mehlspeisen geht nicht. Geht einfach nicht.

Kaiserschmarrn: Fluffig, zerrissen, mit Puderzucker und Zwetschkenröster. Gibt's als Hauptgericht oder Dessert. Ich schaff danach aber nix mehr.

Apfelstrudel: Muss warm sein. Mit Vanillesauce oder Eis. Der Teig so dünn, dass man durchschauen kann - dann ist er richtig.

Salzburger Nockerl: Die Dinger, die aussehen wie Berge. Schwierig zu machen. Im Seewirt in Unterach können sie's.

Für besondere Anlässe

Manchmal will man mehr als ein Wirtshaus. Jahrestag oder so.

Seegasthof Oberndorfer in Unterach: Gehoben, aber nicht steif. Die Terrasse im Sommer - traumhaft. Kostet halt (25-40 Euro pro Gang), aber passt.

Frühstück und Kaffee

Nicht jedes Hotel hat ein gutes Frühstück. Oder man hat eine Ferienwohnung.

Café am See in Seewalchen: Direkt am Wasser. Frühstück bis 11. Im Sommer draußen sitzen und aufs Wasser schauen - so kann ein Tag anfangen.

Bäckerei Ramsauer: Mehrere Filialen. Frische Semmeln, guter Kaffee, normale Preise. Für alle, die's schnell brauchen.

Selber kochen

Ferienwohnung mit Küche? Nutzen!

  • Bauernmarkt Vöcklamarkt: Freitags. Gemüse, Käse, Brot, Fleisch - alles von hier
  • Mostheuriger im Attergau: Most trinken, Brettljause essen, entspannen
  • Fischerei: Direkt beim Fischer Reinanke kaufen. Muss man vorbestellen.

Was man wissen sollte

Ruhetage: Viele Restaurants haben Montag oder Dienstag zu. Im Winter noch mehr. Vorher checken.

Reservieren: Im Sommer, besonders wenn man draußen sitzen will - unbedingt. Sonst steht man blöd da.

Preise: Nicht billig hier. Für ein ordentliches Abendessen 30-50 Euro pro Person einplanen. Mittags ist's oft günstiger.

Trinkgeld: 5-10 Prozent. Man sagt beim Zahlen einfach den aufgerundeten Betrag. "Machen Sie 45."

Mein Fazit

Die Küche am Attersee ist ehrlich. Keine Sterne-Küche an jeder Ecke, aber solides Handwerk mit guten Produkten. Wer sich auf Reinanke, Hausmannskost und Mehlspeisen einlässt, wird nicht enttäuscht. Und der Blick aufs Wasser beim Essen? Unbezahlbar. Egal ob vom Nobelrestaurant oder vom Kiosk am Strand.